Der Druck auf deutsche Arztpraxen wächst kontinuierlich: Eine alternde und zunehmend multimorbide Bevölkerung trifft auf schrumpfende hausärztliche Arbeitszeiten. Das Ergebnis sind überlastete MFAs, überlaufene Telefone und Ärzt:innen, denen wertvolle Zeit für die eigentliche Patientenversorgung fehlt.
Die aktuellen Evaluationsergebnisse des Projekts HÄPPI („Hausärztliches Primärversorgungszentrum Patientenversorgung Interprofessionell“) der Universitäten Mainz und Heidelberg zeigen nun, dass KI-gestützte Systeme für Patientenkommunikation und Praxisautomatisierung einen wichtigen Beitrag zur Entlastung leisten können – insbesondere im Bereich der Patientenkommunikation.
Im Fokus der Untersuchung stand unter anderem der Einsatz eines KI-Telefonassistenten im Praxisalltag. Nach einer kurzen Eingewöhnungsphase von rund vier Wochen lief das System in den Praxen so reibungslos, dass die Teams nicht mehr ohne KI arbeiten wollten.
In 5 von 6 Arztpraxen führt die KI zu einer deutlichen Arbeitsentlastung
Die Ergebnisse der wissenschaftlichen Pilotphase in Rheinland-Pfalz zeigen klare Effekte im Praxisalltag durch den Einsatz eines KI-Telefonassistenten. Statt mühsamer administrativer Hürden berichten die Arztpraxen von einer völlig neuen Arbeitsatmosphäre.
Ein beteiligter Arzt fasst die Erfahrungen mit der KI prägnant zusammen:
„Und man muss klipp und klar sagen, der ersetzt Ihnen, wenn das realistisch durchgerechnet wird, ja eine Telefonkraft.“
Die wissenschaftliche Auswertung durch die Universitäten Mainz und Heidelberg untermauert diese Zufriedenheit mit konkreten Entwicklungen aus der Testphase:
- 4 von 6 Praxen konnten nach der Implementierung auf klassische Telefonsprechzeiten verzichten, da die KI die Anliegen strukturiert im Hintergrund aufnimmt.
- Nach rund vier Wochen lief das System so reibungslos, dass die Teams nicht mehr ohne KI arbeiten wollten: 6 von 7 Pilotpraxen nutzten die KI-Telefonassistenz für Arztpraxen nach Ende der Pilotphase dauerhaft weiter.
Mehr als 50 Anrufe täglich automatisiert verarbeitet
Der KI-Telefonassistent übernimmt die strukturierte Erfassung von Patientenanfragen in der Arztpraxis. Die anonymen Nutzungsdaten der HÄPPI-Studie zeigen, welche Datenmengen die KI tagtäglich im Durchschnitt bewältigt – im Schnitt sind es 54 Anrufe pro Tag, in der aktivsten Praxis sogar bis zu 71 Anrufe:
- 42 % Terminmanagement (Anfragen, Verschiebungen, Absagen)
- 21 % Rezeptbestellungen
- 11 % Atteste und Überweisungen
Der große Vorteil: Es wird wertvolle Zeit freigesetzt. Die MFAs gewinnen Freiräume, um höher qualifizierte Aufgaben in der Delegation zu übernehmen – wie etwa die Wundversorgung, strukturierte DMP-Beratungen oder das Entlassmanagement. Die Ärzt:innen wiederum werden spürbar entlastet und können sich stärker auf komplexe medizinische Fälle fokussieren.
Hohe Akzeptanz bei Patient:innen
In der Praxis besteht oft die Sorge, dass Patient:innen die Kommunikation mit einer KI ablehnen. Zu Beginn der Studie gab es durchaus Gewöhnungseffekte und anfänglichen Widerstand. Doch die groß angelegte Patientenbefragung liefert ein klares Bild:
- 98 % der Patient:innen gaben an, mit ihrem Behandlungstermin zufrieden zu sein – basierend auf einer Datenbasis von 1.285 eingegangenen Fragebögen.
- Gleichzeitig gaben 5 von 7 Praxen an, durch die neuen Strukturen mehr Patient:innen behandeln zu können.
Das HÄPPI-Projekt belegt, dass moderne Patientenkommunikation bei konsequenter Integration nicht zu einer Distanzierung führt, sondern eine patientenzentrierte und wohnortnahe Versorgung stärkt, weil durch die Entlastung administrativer Prozesse wieder mehr Zeit für die persönliche Versorgung bleibt.
Fazit: KI als digitales Fundament jeder zukunftsfähigen Arztpraxis
Die Studienleiter der Universitäten Heidelberg und Mainz fassen es in ihren Kernbotschaften zusammen:
„Jede hausärztliche Praxis kann das Konzept erfolgreich umsetzen – unabhängig von der Praxisgröße oder der Lage im ländlichen Raum.“
Für uns bei Mediform sind diese wissenschaftlichen Daten die Bestätigung unserer Vision:
Eine intelligente KI-Telefonassistenz ist kein optionales Zusatztool, sondern ein zentraler Bestandteil moderner Patientenkommunikation und Praxisautomatisierung in der Arztpraxis. Sie unterstützt Praxisteams im Umgang mit dem Fachkräftemangel, entlastet den administrativen Alltag spürbar und hilft dabei, langfristig eine hohe Versorgungsqualität sicherzustellen.
Wir freuen uns darauf, Sie individuell und unverbindlich zu den Integrationsmöglichkeiten von KI in Ihrer Arztpraxis zu beraten.


